Wissensaustausch | Ein vollständiger Leitfaden zum Verständnis von IP-Schutzbewertungen

Ursprünge: Die Entstehung der IP-Schutzbewertung

Die IP-Schutzart (Ingress Protection) ist ein internationaler Standard der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) aus dem Jahr 1976. Die aktuelle Normnummer lautet IEC 60529:2013. Ziel dieser Norm ist die Vereinheitlichung der globalen Bewertungsmethoden für die Schutzwirkung von Gehäusen elektrischer Geräte. Sie bietet Herstellern, Verbrauchern und Aufsichtsbehörden eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung der Staub- und Wasserdichtheit von Geräten. Die IP-Schutzart misst also den Schutzgrad eines Gehäuses gegen den Zugriff von Personen auf gefährliche Teile sowie gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern oder Wasser.

In China entspricht der Standard GB/T 4208-2017 der IEC 60529:2013. Die Schutzart elektrischer Betriebsmittel ist als weltweit anerkannte technische Sprache von entscheidender Bedeutung für deren Herstellung, Auswahl, Installation und Verwendung. Sie spielt zudem eine wichtige Rolle beim Schutz elektrischer Betriebsmittel vor Fehlern und Beschädigungen und gewährleistet den kontinuierlichen und zuverlässigen Betrieb elektrischer Systeme.

 

Dekodierung: Regeln zur Codierung der IP-Schutzart

Das allgemeine Codierungsformat für IP-Schutzarten ist „IPXX“, wobei „XX“ aus zwei arabischen Ziffern besteht. In Sonderfällen können weitere Buchstaben und Zusatzbuchstaben folgen. Die beiden Ziffern haben jeweils eine spezifische Funktion: Die erste Ziffer gibt den Schutzgrad gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen und das Eindringen fester Fremdkörper an, die zweite Ziffer den Schutzgrad gegen das Eindringen von Wasser. Je höher die Zahl, desto höher der Schutz.

 

Erste Ziffer: 0~6

Die erste charakteristische Ziffer steht für den Schutz vor dem Zugriff auf gefährliche Teile und feste Fremdkörper:

0: Kein besonderer Schutz
1: Schutz gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser von mehr als 50 mm
2: Schutz gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser von mehr als 12,5 mm
3: Schutz gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 mm
4: Schutz gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser von mehr als 1,0 mm
5: Staubgeschützt (begrenztes Eindringen)
6: Staubdicht (kein Eindringen)

Quelle: „GB/T 4208-2017 Schutzarten von Gehäusen (IP-Code)“

 

Zweite Ziffer: 0~9

Die zweite charakteristische Ziffer steht für den Schutz gegen Wassereintritt:

0: Kein besonderer Schutz
1: Schutz vor senkrecht fallenden Wassertropfen
2: Schutz vor senkrecht herabfallenden Wassertropfen bei einer Gehäuseneigung von bis zu 15°
3: Schutz vor Spritzwasser
4: Schutz vor Spritzwasser
5: Schutz vor Wasserstrahlen
6: Schutz vor starken Wasserstrahlen
7: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8: Schutz gegen dauerhaftes Eintauchen
9: Schutz vor Hochdruck- und Hochtemperatur-Wasserstrahlen

Quelle: „GB/T 4208-2017 Schutzarten von Gehäusen (IP-Code)“

 

Irrtümer: Häufige Missverständnisse über IP-Schutzbewertungen

Irrtum 1: Höhere IP-Schutzart bedeutet besseres Produkt

Die IP-Schutzart sollte dem Anwendungsfall entsprechen; höher ist nicht unbedingt besser. Beispielsweise benötigt eine Schreibtischlampe für den Innenbereich lediglich die Schutzart IP20. Wird jedoch zwingend IP68 gewählt, erhöht dies nicht nur die Produktkosten, sondern kann auch die Wärmeableitung beeinträchtigen (eine vollständig abgedichtete Bauweise behindert die Wärmeableitung). Umgekehrt kann ein Außengerät mit einer niedrigen Schutzart wie IP44 leicht von Regenwasser und Staub eindringen und dadurch ausfallen.

 

Irrtum 2: Staub- und Wasserbeständigkeit müssen gleichzeitig geprüft werden

Die beiden Ziffern der IP-Schutzart können separat betrachtet werden. Wird nur die Wasserdichtigkeit geprüft, kann die erste Ziffer mit einem X dargestellt werden. Beispielsweise wird eine Wasserdichtigkeitsklasse von 8 als IPX8 angegeben.

Irrtum 3: IP68 bedeutet absolut wasserdichtf

Die Prüfung der IP-Schutzart misst die Leistung eines „Prototyps“ unter „Laborbedingungen“. Im tatsächlichen Einsatz können dynamischer Druck (z. B. der Aufprall des Wasserstroms beim Schwimmen), Temperaturschwankungen (abwechselnd heiß und kalt, was zu einer Kontraktion der Dichtung führt) und Verschleiß allesamt zum Versagen des Schutzes führen.

 

Produktanwendungen

Nachdem man die Codierungsregeln und gängigen Missverständnisse bezüglich IP-Schutzklassen verstanden hat, wird schnell klar, dass die Wahl des richtigen Schutzniveaus im Wesentlichen eine Anpassung an den jeweiligen Anwendungsfall bedeutet. Die Produktphilosophie von MEOKON basiert auf realen Anwendungsszenarien und der Lösung praktischer Probleme.

IP68

Drahtloser Radar-Füllstandssender MD-K933

Geeignet für Entwässerungsnetze, Inspektionsbrunnen, Flüsse, Seen und andere raue Umgebungen.
Integrierter Wassersättigungsmonitor MD-K986

Speziell entwickelt für Bereiche, die anfällig für Überschwemmungen sind, wie z. B. Tiefgaragen, Keller, tiefliegende Gebiete, Unterführungen und abgesenkte Straßen.

 

IP67

MD-S275 Drahtloses digitales Außendruckmessgerät

Ein digitales Außendruckmessgerät mit drahtloser Kommunikationsfunktion, geeignet für die Langzeitüberwachung von Druckleitungen im Freien.
Digitales Fernmanometer MD-S541

Hauptsächlich verwendet zur Drucküberwachung und Alarmanzeige von Feuerlöscherzylindern.

 

IP65

Elektronischer digitaler Druckschalter MD-S853

Besonders geeignet für Hydrauliksysteme, industrielle Steuerungssysteme, mobile Maschinen und andere anspruchsvolle industrielle Umgebungen.
Drahtloses Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgerät MD-S277HT

Geeignet für raue Umgebungen wie industrielle Außenbereiche und unterirdische Technikräume sowie für hochwertige Büroumgebungen.


Veröffentlichungsdatum: 20. März 2026